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Glossar

Energiebezug bzw. -lieferung bei Fahrplanabweichungen eines Bilanzkreises. Im Strommarkt wird Ausgleichsenergie durch den Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) als Regelenergie beschafft und den Bilanzkreisverantwortlichen in Rechnung gestellt (sofern der Bilanzkreis short ist) bzw. vergütet (sofern der Bilanzkreis long ist). Siehe auch Regelenergie Strom. Beim Erdgas ist der Marktgebietsverantwortliche zuständig für die Ausgleichsenergie.

Energielieferung mit einer über die gesamte vereinbarte Vertragslaufzeit konstanten Leistung/Kapazität. Es wird demnach stündlich immer dieselbe Menge Elektrizität oder Gas geliefert. Das ist der Marktgebietsverantwortliche zuständig für die Ausgleichsenergie. 

Stromlieferung innerhalb eines standardisierten Lieferzeitraumes (Monat, Quartal, Jahr) über 24 Stunden eines jeden Tages bei konstanten Leistungen. Synonym: Bandlieferung.

Die Blindarbeit hat ihre Ursache in einer Phasenverschiebung zwischen Strom und Spannung. Sie hat keine nutzbare „Wirkung“ in technischen Anlagen, sondern pendelt zwischen der Kundenanlage und der Versorgungsanlage hin und her (z.B. beim Auf- und Abbau des Magnetfeldes eines Elektromotors). Die Blindarbeit erzeugt Verluste bei Transport und Umspannung und mindert dadurch die Kapazität für die Übertragung von Wirkleistung. Der Blindstrom ist das Integral über die Blindleistung.

Ein Blockheizkraftwerk (BHKW) ist ein modular aufgebautes Gerät, das die Funktionen einer Heizung und eines Stromerzeugers verbindet und am Ort des Verbrauchs betrieben wird. Der damit erzielte insgesamt höhere Wirkungsgrad gegenüber der herkömmlichen Mischung aus lokaler Heizung und zentraler Stromversorgung entsteht daraus, dass die Abwärme der Stromerzeugung dort anfällt, wo sie gebraucht wird. Blockheizkraftwerke können bei der Umsetzung der Primärenergie Gesamtwirkungsgrade von über 90% erreichen. Sie benutzen dazu das Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung.

Die bei der Verbrennung von einem Normkubikmeter Erdgas maximal freigesetzte Wärmemenge, wobei der im Abgas enthaltene Wasserdampf kondensiert und die entsprechende Kondensationswärme (Kondensationsenthalpie) mitberücksichtigt wird. Der Brennwert von wasserstoffreichen Brennstoffen ist um die Kondensationsenthalpie höher als der Heizwert. Siehe auch H-Gas, L-Gas.

Die Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen nimmt die Aufgaben der Regulierungsbehörde wahr. Sie genehmigt u. a. die Entgelte für die Netznutzung der Strom- und Gasnetze, überwacht die Einhaltung der Vorschriften zur Entflechtung von Netz und Vertrieb sowie die Gewährung gleicher Bedingungen für den Netzanschluss und den Netzzugang. Sie ist in der Regel für Netzbetreiber mit mehr als 100.000 angeschlossenen Kunden zuständig.

European Energy Exchange (EEX) ist die Energiebörse Deutschlands mit Sitz in Leipzig. Vorgänger waren die LPX Leipzig Power Exchange mit Sitz in Leipzig und die European Energy Exchange mit Sitz in Frankfurt am Main. Am 1. März 2002 erfolgte die Fusion beider Börsen und der dazugehörigen Trägergesellschaften.a

Eigenerzeugungsanlagen sind Anlagen, die zur vollständigen oder teilweisen Deckung des Eigenbedarfes an Strom betrieben werden. Die Produktion der Anlagen kann (auch vollständig) in das öffentliche Netz eingespeist werden.

Ziel ist die Verringerung von Treibhausgasen. Dies soll dadurch erreicht werden, dass Anlagenbetreibern, die Treibhausgase emittieren, eine bestimmte Menge an Erlaubnisscheinen (Zertifikate) zur Emission von Treibhausgasen zugeteilt wird.

Am Ende jeden Jahres müssen die Unternehmen Zertifikate in Höhe ihrer jeweiligen Emissionen nachweisen. Unternehmen, die bereits größere Anstrengungen zum Klimaschutz geleistet haben oder sich besonders innovativ zeigen, können überschüssige Zertifikate verkaufen.

Anlagenbetreiber, deren Emissionen die Zertifikate überstiegen haben, müssen Zertifikate zukaufen. Der Handel kann auf nationaler oder internationaler Ebene stattfinden bzw. von Unternehmen untereinander abgewickelt werden.

Im Kyoto-Protokoll wurde festgeschrieben, die Kohlendioxidemissionen in der EU bis 2012 unter das Niveau von 1990 zu senken. Um dieses Ziel zu erreichen, wird innerhalb der Europäischen Union seit dem 1. Januar 2005 der Emissionshandel im Rahmen eines Emissionsrechtehandelssystems für CO2 und andere klimawirksame Gase (gemäß Richtlinie 2003/87/EG) geregelt.

Unternehmen bekommen vom Staat eine bestimmte Anzahl handelbarer Emissionszertifikate zugeteilt, die diese jeweils zu einer bestimmten Emissionsmenge (z.B. eine Tonne CO2) berechtigen. Die Gesamtmenge der ausgegebenen Zertifikate für einen bestimmten Zeitraum steht dabei fest (sog. Deckelung) und wird gemäß der zu erreichenden Emissionsreduzierung bestimmt. Im Zeitverlauf wird die Anzahl der ausgegebenen Zertifikate reduziert, um so eine Reduktion der ausgestoßenen Schadstoffmenge zu erreichen.

Am 13. Juli 2005 ist das Zweite Gesetz zur Neuregelung des Energiewirtschaftsrechts in Kraft getreten. Das EnWG verfolgt mit der Regulierung der Elektrizitäts- und Gasversorgungsnetze das Ziel, einen wirksamen und unverfälschten Wettbewerb für eine möglichst sichere, preisgünstige, verbraucherfreundliche, effiziente und umweltfreundliche leitungsgebundene Versorgung der Allgemeinheit mit Strom und Gas sicherzustellen. Ferner wird damit europäisches Gemeinschaftsrecht in deutsches Recht umgesetzt (§ 1 EnWG).

Erdgas entstand vor 15-600 Mio. Jahren aus Biomasse unter hohem Druck, hohen Temperaturen (120-180° C) und unter Sauerstoffausschluss. Erdgas ist eine Mischung von zumeist brennbaren Gasen, bei denen Methan neben weiteren Gasen wie Ethan, Propan oder Butan, Stickstoff und Kohlendioxyd den größten Anteil ausmacht. Erdgas wird heute hauptsächlich zur Stromerzeugung und als Wärmenergie genutzt. Siehe auch LNG.

Das Gesetz für den Vorrang erneuerbarer Energien (Erneuerbare-Energien-Gesetz, EEG) ist im Rahmen des Gesetzes zur Neuregelung des Rechts der erneuerbaren Energien im Strombereich am 1. Januar 2009 in Kraft getreten. Es ersetzt das Erneuerbare-Energien-Gesetz vom 1. August 2004. Darin geregelt werden die Abnahme und die Vergütung von Strom aus erneuerbaren Energiequellen durch Netzbetreiber, den bundesweiten Ausgleich der Mehrbelastungen au der Einspeisung erneuerbarer Energien sowie die Belastung von Energieversorgungsunternehmen und Letztverbrauchern.

Von Ersatzversorgung spricht man, wenn ein Letztverbraucher Strom in Niederspannung oder Gas in Niederdruck aus dem Netz der allgemeinen Versorgung entnimmt, ohne dass dieser Bezug einem bestimmten Liefervertrag zugeordnet werden kann (z.B. der Fall des gescheiterten Lieferantenwechsels). Für die Ersatzversorgung ist das Energieversorgungsunternehmen zuständig, das auch zur Grundversorgung in dem betreffenden Gebiet verpflichtet ist. Die Ersatzversorgung ist auf drei Monate beschränkt.

Die „Verordnung über Allgemeine Bedingungen für die Grundversorgung von Haushaltskunden und die Ersatzversorgung mit Gas aus dem Niederdrucknetz (Gasgrundversorgungsverordnung – GasGVV)“ regelt das Verhältnis zwischen Grundversorger (Gashändler) und Kunde (grundversorgter Haushaltkunde bzw. ersatzversorgter Letztverbraucher in Niederdruck) für den Bereich Gaslieferung. Diese Verordnung ist am 8. November 2006 in Kraft getreten.

Zeitraum vom 1. Oktober, 6.00 Uhr bis zum 1. Oktober, 5.00 Uhr des Folgejahres.

Ein Energieversorgungsunternehmen, das die meisten Haushaltkunden in einem Netzgebiet der allgemeinen Versorgung beliefert, ist Grundversorger. Grundversorgung ist der Anspruch von Haushaltkunden, zu allgemeinen Bedingungen und allgemeinen Preisen durch den Grundversorger mit Strom in Niederspannung oder Gas in Niederdruck beliefert zu werden, sofern das für das Energieversorgungsunternehmen wirtschaftlich zumutbar ist.

Hochkalorisches Erdgas mit einem Brennwert der, je nach Herkunft, zwischen 11,0 und 12,5 kWh pro Normkubikmeter liegt. Herkunftsgebiete sind Norddeutschland und die Niederlande. Siehe auch L-Gas.

Heizöl EL (Extra Leicht) wird durch Destillation aus Erdöl hergestellt. Es ist etwas leichter als Wasser, weshalb es auf der Wasseroberfläche schwimmt. Der Heizwert beträgt rund 10,1 kWh pro Liter.

Wenn ein Liter Heizöl verbrennt, kann eine Wärmemenge von 10 kWh aus den Rauchgasen entnommen werden. Der Brennwert bei 10,7 kWh ist also um rund 6% höher. Heizöl besteht aus etwa 86,5% Kohlenstoff (C) und 13,3% Wasserstoff (H). Es ist dem Fahrzeugdiesel sehr ähnlich.

Schwefel ist dabei je nach Herkunft in unterschiedlichen Konzentrationen ein natürlicher Bestandteil des Mineralöles. Der maximal zulässige Schwefelanteil im Heizöl ist rechtlich normiert und darf nicht über 0,1% liegen.

Die maximal nutzbare Wärmemenge, die bei vollständiger Verbrennung eines Normkubikmeters Erdgas frei wird, ohne dass es zu einer Kondensation des im Abgas enthaltenen Wasserdampfes kommt. Siehe auch Brennwert.

In der Konzessionsabgabenverordnung ist den Energieversorgungsunternehmen die Möglichkeit gegeben, gegen die Gewährung von Wegerechten den Kommunen als Konzessionsvertragsgebern einen Preisnachlass bis zu 10 % für den Netzzugangskostenanteil des Stromeigenverbrauchs der Kommune zu gewähren. Dieser wird im konkreten Konzessionsvertrag fest vereinbart.

Kommunen müssen ihre öffentlichen Verkehrswege für die Verlegung und den Bau von Leitungen im Gemeindegebiet Energieversorgern diskriminierungsfrei zur Verfügung stellen. Sie können von dem Versorgungsunternehmen für die Erlaubnis, Leitungen auf öffentlichen Grundstücken zu verlegen, eine Gebühr verlangen – die so genannte Konzessionsabgabe. Die Höhe der Konzessionsabgabe berechnet sich je gelieferter kWh und hängt u. a. von den versorgten Kundengruppen und von der Einwohnerzahl der Kommunen ab.

Am 1. April 2002 ist das Gesetz für die Erhaltung, die Modernisierung und den Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK-G) in Kraft getreten.

Es regelt die Abnahme und Vergütung von Strom aus Kraftwerken mit Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen auf Basis von Steinkohle, Braunkohle, Erdgas, Öl oder Abfall und die Förderung bestimmter Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen, die einen gesetzlich festgeschriebenen Zuschlag auf den zwischen dem Betreiber der KWK-Anlage und dem Netzbetreiber vereinbarten Preis erhalten.

Von Kraft-Wärme-Kopplung spricht man, wenn in einer Anlage gleichzeitig Wärme und Strom erzeugt werden. Diese Art der Erzeugung ist besonders umweltschonend und trägt zum Klimaschutz bei. 

Niedrigkalorisches Erdgas mit einem Brennwert bis 10,0 kWh pro Normkubikmeter. Herkunftsgebiete sind vor allem Norwegen und Russland. Siehe auch H-Gas.

Die Begriffe Lastprofil und Lastgang bezeichnen die Verbrauchskurve eines Kunden im Zeitablauf. Der Lastgang eines Kunden wird meistens auf der Basis eines Zeitrasters von Viertelstundenwerten gemessen.

Der Stromverbrauch wird in Lastprofilen geschätzt und berechnet. Das sind Zeitreihen, die für jede Abrechnungsperiode einen Leistungswert festlegen. Damit wird die dem Endverbraucher im Stromnetz zur Verfügung stehende Strommenge geschätzt.

Bei der Leistungsmessung wird die in Anspruch genommene Leistung in einem bestimmten Zeitraum gemessen. Dieser beträgt in der Regel eine Viertelstunde oder eine Stunde. Für die Abrechnung ist der höchste Verbrauch während einer Viertelstunde oder während einer Stunde innerhalb eines Abrechnungsjahres maßgebend.

Erdgas, welches durch Kühlung auf -161°C in den Flüssigzustand versetzt wurde. Dabei reduziert sich das Volumen auf etwa ein 1/600 des Erdgas-Volumens unter Normaldruck (Normkubikmeter), womit der Schiffstransport großer Erdgasmengen möglich wird.

Flüssiggas, welches vor allem aus Propan und Butan besteht – Gasen, die bei Raumtemperatur unter vergleichsweise geringem Druck flüssig bleiben. LPG ist ein Nebenprodukt der Erdölgewinnung und der Erdöl-Raffinierung.

Erdgas-Transportnetze eines oder mehrerer miteinander verbundener Netzbetreiber. Innerhalb eines Marktgebiets können Erdgashändler als Transportkunden Kapazitäten an Einspeise- und Ausspeisepunkten buchen und flexibel nutzen und dadurch physische Gasgeschäfte abwickeln. Siehe auch Hub und virtueller Punkt.  

Mit Netznutzung (Netzzugang) ist die Nutzung der Strom- und Gasnetze gemeint. Das Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) vom Juli 2005 regelt u. a. den diskriminierungsfreien Netzzugang. Damit sind Netzbetreiber verpflichtet, ihr Netz diskriminierungsfrei jedem Lieferanten zur Verfügung zu stellen. Für den Kunden wird damit die freie Wahl seines Lieferanten möglich. Die genauen Details zu Netzzugang und Netznutzung regeln die Netzzugangsverordnungen und die Netzentgeltverordnungen

Die „Verordnung über Allgemeine Bedingungen für den Netzanschluss und dessen Nutzung für die Gasversorgung in Niederdruck (Niederdruckanschlussverordnung – NDAV)“ regelt das Verhältnis zwischen Anschlussnehmer (Eigentümer) bzw. Anschlussnutzer (Mieter/Pächter) und Netzbetreiber für den Bereich des Netzanschlusses und der Anschlussnutzung am Niederdrucknetz. Diese Verordnung ist am 8. November 2006 in Kraft getreten.

Das Verhältnis zwischen Netzbetreiber und Anschlussnehmer (Eigentümer) bzw. Anschlussnutzer (Mieter/Pächter) im Bereich des Netzanschlusses und der Anschlussnutzung am Niederspannungsnetz wird durch die „Verordnung über Allgemeine Bedingungen für den Netzanschluss und dessen Nutzung für die Elektrizitätsversorgung in Niederspannung (Niederspannungsanschlussverordnung – NAV)“ geregelt. Die Verordnung ist am 8. November 2006 in Kraft getreten.

Anmeldung über die innerhalb bestimmter Zeitspannen zu transportierenden Gasmengen. Bei einer nachträglichen Änderung der angemeldeten Transportmengen spricht man von Renominierung. Siehe auch Zweivertragsmodell.

Kubikmeter Gas bei einem Druck von 1,01325 bar, einer Luftfeuchtigkeit von 0% und einer Temperatur von 15°C (ISO 2533).

Die Offshore-Haftungsumlage ist ab dem 01.01.2013 ein neuer Bestandteil des Strompreises für Letztverbraucher von Strom. Mit der Umlage übernehmen die Verbraucher zu einem großen Teil Schadensersatzkosten, die durch verspäteten Anschluss von Offshore-Windparks an das Übertragungsnetz an Land oder durch langdauernde Netzunterbrechungen entstehen können. Die Offshore-Haftungsumlage ist quasi eine "Vollkasko-Versicherung für Netzbetreiber", nur dass die Versicherungsbeiträge nicht der Netzbetreiber zahlt, sondern der Verbraucher.

Die Ökosteuer ist eine so genannte Verbrauchssteuer, die seit dem 1. Januar 2000 nach dem Gesetz zum Einstieg in die ökologische Steuerreform auf jede Kilowattstunde (kWh) Strom, die an den Letztverbraucher geliefert wird, erhoben wird. Die Erzeugungsart des Stroms spielt dabei keine Rolle. Zum 1. Januar 2003 erfolgte vorerst letztmals eine Steuererhöhung.

OTC-Geschäfte (over the counter) sind Handelsgeschäfte, die nicht an der Börse (EEX), sondern bilateral zwischen zwei Handelspartnern im direkten Geschäftsverkehr getätigt werden.

Peakload ist die Spitzenlast, d. h. die Lieferung elektrischer Energie mit variabler Leistung zwischen 8.00 Uhr und 20.00 Uhr eines Kalendertages, außer an Sonn- und Feiertagen. 

Als Portfolio wird der Gesamtbestand an Verträgen eines Marktteilnehmers bezeichnet. Beim Portfoliomanagement in der Energiebranche erfolgt die Energielieferung über mehr als nur einen einzigen Vollversorgungsvertrag (Full-Requirements-Contract), wobei eine Optimierung des Bezugs über verschiedene Teilmengen und Bezugsquellen mit unterschiedlichen Konditionen, Preisen und Fristen erfolgt.

Ein Strom-Portfolio kann neben Handelsprodukten auch Erzeugungsanlagen und Preissicherungsinstrumente wie Optionen umfassen. Ein Gas-Portfolio kann neben Langfristverträgen oder Handelsgeschäften zusätzlich Flexibilitäten aus dem Zugang zu Erdgasspeichern und der Nutzung von Netzpuffern enthalten.

Flexible Preisbindung von langfristigen Erdgasverträgen an den Preis einer Substitutionsenergie. Der über einen Referenzzeitraum ermittelte durchschnittliche Preis der Substitutionsenergie, z.B. Heizöl, führt mit einem Zeitverzug (time lag) zur Preisanpassung und bleibt bis zum nächsten Anpassungstermin unverändert.

Bei der 6-3-3- Formel beträgt der Referenzzeitraum 6 Monate. Dieser Wert wird um 3 Monate verzögert und ist dann für 3 Monate bis zum nächsten Anpassungstermin gültig.

Erdgas, das benötigt wird um die Unterschiede zwischen Ein- und Ausspeisung in einem Marktgebiet zu kompensieren. Dieser Effekt rührt aus der physischen Beschaffung von Erdgas.

Weil Elektrizität nicht speicherbar ist, muss die im Stromnetz nachgefragte Last durch ein entsprechendes Leistungsangebot in jedem Augenblick gedeckt sein. Für jede Regelzone ist dafür der Netzbetreiber (ÜNB) zuständig. Er beschafft Leistungsreserven und aktiviert diese, wenn die Summe der tatsächlichen Leistungen von der Summe der angemeldeten Fahrpläne abweicht. Durch den Einsatz von Regelenergie stellt der ÜNB eine ausgeglichene Leistungsbilanz und eine stabile Frequenz im Stromnetz seiner Regelzone sicher.

Man unterscheidet:
  • Die Primärregelleistung wird automatisch europaweit dezentral bei den beteiligten Kraftwerken innerhalb von wenigen Sekunden aktiviert.
  • Die Sekundärregelleistung wird innerhalb von maximal 10 Minuten automatisch aktiviert, um sicherzustellen, dass die Fahrpläne über die Grenzen von Regelzonen eingehalten werden, und um die Primärregelreserve zu ersetzen.
  • Die Tertiärregelleistung / Minutenreserve soll die Sekundärreserve bei länger andauernden Störungen ablösen und wird manuell abgerufen.
Die Übertragungsnetzbetreiber beschaffen die Regelenergie (Leistung, Arbeit) über Auktionen, bei denen – im Unterschied zum Day-ahead-Markt – die Vergütung nach dem Pay-as-Bid-Prinzip erfolgt. Siehe auch Ausgleichsenergie. 

Geographisch zusammenhängender Teil des Strom-Übertragungsnetzes, für dessen Primärregelung, Sekundärregelung und Minutenreserve jeweils ein einziger ÜNB verantwortlich ist (siehe auch: Regelenergie).

Stromhändler und Großverbraucher können innerhalb einer Regelzone Bilanzkreise bilden. Deutschland ist zurzeit in vier Regelzonen eingeteilt. Das Pendant für den Erdgashandel ist das Marktgebiet.

registrierende Leistungsmessung

Standardlastprofil

Großhandelsmarkt, an dem kurzfristige Geschäfte (außerbörslich oder börslich) abgeschlossen werden. Bei Spotgeschäften muss die Lieferung, Abnahme und Bezahlung innerhalb eines kurzen Zeitraumes (in Deutschland: zwei Börsentage) erfolgen. Der Spotmarkt schließt häufig 12 Stunden vor dem Tag der Kontraktausübung – so auch an der EEX. In diesem Fall handelt es sich um einen Day-Ahead-Markt. Siehe auch Intra-day Trading.

Die Strombeschaffung kann zum einen über die Strombörse (EEX) oder zum anderen bilateral (z. B. OTC) erfolgen. An Strombörsen werden standardisierte Produkte zu einheitlichen Bedingungen und in transparenten Abläufen anonym gehandelt. Eine stark schwankende Nachfrage (Produktionsauslastung, Wetterbedingungen) sowie veränderte Erzeugerkapazitäten und -preise (Kraftwerksrevisionen, Rohstoffpreise) wirken sich unmittelbar auf die Marktpreise aus, weshalb Strompreise allgemein eine sehr hohe Volatilität aufweisen. Angebot und Nachfrage bestimmen letztlich den Strompreis. Wesentlichen Einfluss auf die Beschaffungskonditionen haben die Beschaffungszeitpunkte, da der Einkauf immer zu den aktuellen Konditionen erfolgt, die der Markt bietet.

Die „Verordnung über Allgemeine Bedingungen für die Grundversorgung von Haushaltskunden und die Ersatzversorgung mit Elektrizität aus dem Niederspannungsnetz (Stromgrundversorgungsverordnung – StromGVV)“ regelt das Verhältnis zwischen Grundversorger (Stromhändler) und Kunde – grundversorgter Haushaltkunde bzw. ersatzversorgter Letztverbraucher in Niederspannung – für den Bereich der Stromlieferung. Diese Verordnung ist am 8. November 2006 in Kraft getreten.

Gemäß § 42 EnWG sind Energieversorgungsunternehmen verpflichtet, in oder als Anlage zu ihren Rechnungen an Letztverbraucher und in an diese gerichteten Werbematerialien Folgendes anzugeben: den Anteil der einzelnen Energieträger (z.B. Kernkraft, fossile und sonstige Energieträger, erneuerbare Energien) an dem Gesamtenergieträgermix, den der Lieferant im letzten oder vorletzten Jahr verwendet hat Informationen zumindest in Bezug auf Kohlendioxidemissionen und radioaktiven Abfall, die auf diesen Gesamtenergieträgermix zur Stromerzeugung zurückzuführen sind.

Der Strompreis setzt sich aus drei wesentlichen Bestandteilen zusammen: den Netznutzungsentgelten, den öffentlichen Abgaben, Steuern und Umlagen sowie der Erzeugung und dem Vertrieb. Zwei Drittel des Strompreises sind reguliert und vom Energieversorger nicht beeinflussbar.

Die Stromsteuer ist eine durch das Energiesteuergesetz geregelte Verbrauchssteuer für elektrischen Strom. Sie beträgt zurzeit 2,05 Cent pro kWh.

Das so genannte Unbundling ist eine wesentliche Forderung des neuen EnWG. Dahinter verbirgt sich die Trennung des Netzbetriebs von den übrigen Unternehmensteilen, um die Unabhängigkeit des Netzbetriebes von anderen Tätigkeitsbereichen der Energieversorgung sicherzustellen. Die Entflechtung dient damit der Gewährleistung von Transparenz und der diskriminierungsfreien Ausgestaltung des Netzbetriebes. Sie betrifft neben dem organisatorischen Bereich, d. h., der Netzbetreiber muss in der Regel eine rechtlich selbständige Gesellschaft sein, auch die buchhalterische Trennung und den informatorischen Bereich, d. h., Netz und Vertrieb haben gegenseitig keine Einsicht in die Kundendaten mehr. Energieversorgungsunternehmen, an deren Netz weniger als 100.000 Kunden angeschlossen sind, sind von der Verpflichtung zur rechtlichen Trennung ausgenommen.